VON
ANA

Die Geschichte der Seife

Eine Vorform der heute so selbstverständlichen Seife kannten die Menschen bereits vor etwa 4500 Jahren. Auf einer Tontafel der Sumerer, einer frühen Hochkultur auf dem Gebiet des heutigen Irak, ist das erste Seifenrezept der Menschheit in Keilschrift verewigt. Die Rezeptur beinhaltet bereits eine Anleitung zum Kochen von Seifen aus Pottasche und Ölen. Diese aus verbrannten Hölzern und Pflanzen gewonnene Pottasche wurde mit den Ölen verkocht. Die Mischung setzte die Oberflächenspannung des Wassers herab, sodass die fettlösende Lauge den Schmutz gut angreifen konnte. Dies ist bis heute immer noch das Reinigungsprinzip.

Im alten Ägypten und Griechenland waren ebenfalls Seifen aus Tierfetten und Holz- oder Pflanzenasche (oder auch vermengt mit Sand) bekannt. Es wurden auch Rinder- oder Schaftalg als Fette verwendet, die später durch Oliven-, Palm- oder Kokosnussöl ergänzt wurden. Auch heute noch ist der Talg von Tieren ein häufiger Bestandteil.

Im arabischen Raum werden seit dem siebten Jahrhundert Pflanzenfette und Laugen zum Sieden von Seifen verwendet. Im gleichen Jahrhundert wurde die Seife auch in Europa entdeckt. Frankreich und Spanien wurden Zentren der Seifenherstellung. Zu Berühmtheit gelangte die Aleppo-Seife aus der gleichnamigen Stadt in Syrien. Es handelt sich um eine reine Oliven- und Lorbeerölseife, die mit Pflanzenasche gewonnen und zu Blöcken verarbeitet wird. Das Geheimnis der Aleppo-Seife liegt im Reifungsprozess von mehreren Monaten. Durch diese lange Zeit wird die Seife äusserst mild und pflegend.

Auch bei den Römern war der Einsatz von Seife zur Reinigung sehr verbreitet. Später wurde die Seife im Römischen Reich durch den viel verwendeten Bimsstein ersetzt.

Im 16. und 17. Jahrhundert waren Wasser und Seifen verpönt aufgrund der Jahrhunderte zuvor, in denen die Pest wütete. Dazumal wurde das Seifenwasser für die Verbreitung von Krankheiten verantwortlich gemacht. Die Trockenwäsche ersetzte den Kontakt mit Wasser, Puder und Parfüm wurden benützt.

Am französischen Hof erlangte die Seife durch Ludwig XIV. erst wieder grosse Bedeutung. Ludwig XIV. holte die besten Seifensieder der Welt an seinen Hof und erliess Ende des 17. Jahrhunderts ein Reinheitsgebot für Seifen, welches heute noch gültig ist.

Im 18. Jahrhundert wurden Wasser und Seife als Substanzen der Körperreinigung in ganz Europa wiederentdeckt. Ein bedeutenderes Hygieneverständnis setzte sich dann im 19. Jahrhundert durch und Unternehmen in den USA und Europa rührten die Werbetrommel für Seifen. Der erhöhte Bedarf an Seife führte allerdings zu industrieller Produktion:

Im Jahr 1886 kauften die Brüder James und William Lever eine kleine Seifenfabrik im englischen Warrington und gründeten das noch immer zu den grössten Seifenunternehmen der Welt zählende Lever Brother, heute bekannt unter dem Namen Unilever. Die Nahrungsmittelkrise während des ersten Weltkrieges führte auch zu Rohstoffknappheit bei der Seifenherstellung. Daraufhin wurden die ersten chemischen Alternativen für Fette und Öle entwickelt. Die als Detergenzien bekannten Reinigungsmittel wurden aus Tensiden und anderen Zusatzstoffen zusammengemischt. Diese modernen Alternativen starteten einen Höhenflug.

Während der letzten Jahrzehnte wurden flüssige Seifen immer populärer. Dies ist in meinen Augen nachteilig für die Umwelt, weil alles in Plastikflaschen abgefüllt wird – trotz Nachfüllbeutel, die ja ebenfalls aus Plastik sind.

So möchte ich auch hier einen Beitrag zur Umwelt leisten - mit meinen Verpackungen aus Backpapier, Butterbrottüten und anderen biologisch abbaubaren Tüten. Meine Geschenkbänder eignen sich auch zur Weiterverwertung.